PK0 der Legionärssolidarität
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Ein Gedenktafel zu viel
Von Jean-Marie DIEUZE
In unserem grün-roten Mikrokosmos gibt es einen ziemlich faszinierenden Reflex.
Jemand hat eine Idee.
Seien wir ehrlich, das ist nicht alltäglich.
Noch überraschender: Sie beschließen, sie umzusetzen.
Und genau da wird die Sache natürlich kompliziert.
Denn sofort tauchen diejenigen auf, die dieselbe Idee hätten haben können.
Aber wer hatte sie nicht?
So kam der Präsident eines Veteranenvereins auf die Idee, vor dem Vereinsgebäude, im Veteranenhaus der Fremdenlegion, eine kleine Gedenktafel aufzustellen.
Kein Denkmal.
Kein Triumphbogen.
Nicht einmal ein Reiterstandbild des Präsidenten.
Eine Gedenktafel.
Mit dem Namen „PK0 der Solidarität“.
Die Idee scheint dabei ganz einfach.
Ein Ausgangspunkt.
Ein Symbol.
Die mit der Solidarität unter ehemaligen Legionären.
Was für einen Veteranenverband gar nicht so abwegig erscheint.
Das Symbol ist weder riesig noch teuer.
Es spielt nicht jedes Mal die Marseillaise, wenn jemand vorbeigeht.
Es blinkt nicht nachts.
Es ist einfach da.
Ganz einfach.
Aber jetzt kommt der Punkt:
Es ist nicht am richtigen Ort.
Man stelle sich das mal vor!
Das wahre Symbol der Solidarität sollte im Legionärshaus in Auriol stehen.
Sofort nimmt die Sache eine neue Dimension an.
Das Thema wird ernst.
Fast strategisch.
Dieses Symbol zu verstecken, das ich nicht ertragen kann…
So wird eine eher bescheidene Initiative, die vielleicht auch den Beginn einer Präsidentschaft markieren sollte – schließlich reißen sich die Freiwilligen für dieses Amt nicht gerade um die Ecke –, zum Gegenstand einer Kontroverse. Die Kritik richtet sich gegen Personen.
Es wird mit dem Finger auf andere gezeigt.
Es ist fast schon verurteilt.
Gleichzeitig schrumpfen die Mitgliederzahlen unserer Vereine. Auch die Spenden gehen zurück.
Die Fahnenträger werden älter, und Freiwillige, die sie ersetzen könnten, werden immer seltener.
Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger, Präsidenten, Schatzmeister, Sekretäre oder auch nur ein paar willige Helfer zu finden.
Aber keine Sorge.
Ausschüsse arbeiten daran.
Sie sammeln Ideen.
Sie recherchieren.
Sie erarbeiten Vorschläge.
Sie treffen sich.
Vielleicht hätte unser Präsident damit anfangen sollen.
Einen Ausschuss gründen.
Dann eine Arbeitsgruppe.
Einen Bericht über die Machbarkeit eines Gedenksteins erstellen.
Seinen Standort festlegen.
Seine Höhe.
Seine Ausrichtung.
Ein paar Monate später wären wahrscheinlich alle einverstanden gewesen.
Oder fast alle.
Der Gedenkstein selbst wäre trotzdem nicht aufgestellt worden.
Er hatte eine Idee.
Er setzte sie in die Tat um.
In unserem grünen und roten Mikrokosmos ist das schon eine ganze Menge.
Offensichtlich war es vielleicht sogar etwas zu viel.