Brief aus meinem Garten 3
Ein kleiner Funke
Ich kann nicht behaupten, dass ich mein kurzes Leben in Paris besonders geliebt habe. Zu oft fühlte ich mich wie ein unsichtbarer Mensch, allein in der Menge.
Was ich hingegen sehr schätzte, waren die Museumsbesuche und bestimmte Ausstellungen. Es stimmt auch ein wenig, dass man sich in dieser großartigen Hauptstadt eigentlich nicht langweilen kann und dass wir letztendlich alle ein bisschen Pariser sind. Das erinnert uns daran, dass jedes französische Leben, selbst das gewöhnlichste, Spuren im Gedächtnis der Stadt hinterlässt.
So teile ich gerne einen Moment großer Faszination, als ich mich in einer Ausstellung vor Georges de La Tours Gemälde „Hiob, von seiner Frau verspottet“ verliere, einem Ölgemälde auf Leinwand mit den Maßen 144,5 x 97 cm.
Es zeigt eine Szene mit biblischen Anklängen: eine Frau, die ihren kranken, von schmerzhaften Geschwüren bedeckten Mann verspottet, der fast nackt auf einem Holzschemel sitzt. Ein kaltes, hartes Bild, ein Schauspiel von Unglück und Verlassenheit, dominiert diese Szene und erzeugt einen insgesamt düsteren Eindruck. Inmitten dieses Chaos lodert eine kleine, zerbrechliche Flamme auf, eine flackernde Kerze, die Hoffnung zu erwecken scheint.
Dieses Gemälde trägt auch den Titel „Der Gefangene“ und erinnert an das schreckliche Schicksal derer, die in Verliesen vergessen wurden. Was ich in Erinnerung behalte und teilen möchte, ist diese zerbrechliche Kerzenflamme, die es wagt, aus dem Chaos hervorzubrechen – eine entscheidende Öffnung, ein möglicher Augenblick in unserem Leben, in einem seiner Leben.
Dieses Gemälde trägt auch den Titel „Der Gefangene“ und erinnert an das schreckliche Schicksal derer, die in Verliesen vergessen wurden. Was ich in Erinnerung behalte und teilen möchte, ist diese zerbrechliche Kerzenflamme, die es wagt, aus dem Chaos hervorzubrechen – eine entscheidende Öffnung, ein möglicher Augenblick in unserem Leben, in einem seiner Leben.
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