Die Legion – ungeschminkt 4
Erinnerungen an Französisch-Guayana
Von Christian Morisot
Brief an einen Freund auf dem französischen Festland.
Ich muss zugeben, dass ich die Geschichte etwas ausgeschmückt habe, und es ist, das gestehe ich demütig, eher meine Vorliebe für gute Erzählungen als reine Legendenbildung, da gibt es keinen Zweifel.
Dennoch glaube ich auch heute noch, dass dieser Text wahr ist, und alle, die die „grüne Hölle“ erlebt haben, sollten die Realität dessen, was ich gesagt habe, bestätigen können.
Es stimmt, dass mich dieser Auszug aus einem Brief an einen Freund von Französisch-Guayana träumen lässt, das im aktiven Leben eines Legionärs ein Land außergewöhnlicher Abenteuer bleibt. Viel Vergnügen beim Lesen.
Mein lieber Claude,
ich war nie glücklicher als im Wald. Der Wald ist dort der Dschungel. Ich habe dort fieberhafte Stunden erlebt, die den schönsten Liebesaffären Konkurrenz machen, die ich nie kennengelernt habe. Du bist ein kultivierter Mann, nicht wahr? Du kennst die Freuden des Waldes nicht, die Wochen, die du in einem Einbaum auf Flüssen und Bächen verbringst, regungslos, gebeugt unter einem bleiernen Himmel, aus dem Augenwinkel die Wellen beobachtend, die die Geschwindigkeit des Bootes erzeugt.
Treue Gefährten auf der Reise, die Legionäre, Säbel in der Hand, ziehen dem Fährtenleser durch Lianen und Bambus; den Sumpf voller Insekten, in dem du bis zur Hüfte versinkst, den intensiven Geruch des Waldes nach dem Regen, wo Petrichor und Geosmin gedeihen; den Sprung des Kanus über die dampfenden Stromschnellen; die lärmende Melodie der Motoren am Abend. Du kennst nicht die Nacht im Dschungel, die Stille voller unheimlicher Bedrohungen; das leise Rascheln der Vampire und den eindringlichen Schrei der Aga-Kröte. Im Morgengrauen kündigt sich das Erwachen durch die qualvollen
Schreie der Brüllaffen an, ein unerwarteter und unkontrollierbarer Zustand in einer unwirklichen Welt, umhüllt von einer unbewussten Trunkenheit angesichts drohender Gefahr, die sich in ein immenses Gefühl der Einsamkeit verwandelt; jenes Gefühl des Menschen, der der Natur und seinem Schicksal gegenübersteht.
Das Leben! Im Dschungel spürt man seinen Atem im Nacken, nicht im hysterischen und verkümmerten Europa.
Der Dschungel ist ein Leichenhaus, ein starker Atem, der nach Aas riecht; Menschen, Tiere und Pflanzen nähren seinen Humus, und all diese Verwesung gärt unter dem dichten Blätterdach. Wie oft und mit welcher Sinnlichkeit habe ich diese erstickende Wärme des Waldes eingeatmet, in der sich alle Düfte der Schöpfung vermischten! Zwei schreckliche Gerüche beherrschten: der Duft von Samen und der Duft des Todes …
An jedem Zweig, in jedem Grasbüschel, verborgen im Bambusdickicht, im trüben Schatten der Bäume, schnüffelte ich sie auf wie ein Hund auf einer Fährte. Überschreitet man die Schwelle des Dschungels, berührt man mit der Handfläche das warme Geheimnis des Daseins. Glänzende Früchte hängen an den Zweigen, doch sie sind giftig.
Samtig weiche Blüten wie Schlehen, begehrenswert wie Vulven, pulsieren im Schatten! Sie können tödlich sein. Schillernde Fliegen, juwelenartig, zerfressen einen mit Geschwüren, andere legen ihre Eier in das Fleisch. Die Wurzeln nährender Pflanzen bringen den Tod. Unermüdlicher Tod umgibt diese unerschöpfliche Fruchtbarkeit …!
Welch eine Freude, diese kostbaren Augenblicke erlebt zu haben!
ich war nie glücklicher als im Wald. Der Wald ist dort der Dschungel. Ich habe dort fieberhafte Stunden erlebt, die den schönsten Liebesaffären Konkurrenz machen, die ich nie kennengelernt habe. Du bist ein kultivierter Mann, nicht wahr? Du kennst die Freuden des Waldes nicht, die Wochen, die du in einem Einbaum auf Flüssen und Bächen verbringst, regungslos, gebeugt unter einem bleiernen Himmel, aus dem Augenwinkel die Wellen beobachtend, die die Geschwindigkeit des Bootes erzeugt.
Treue Gefährten auf der Reise, die Legionäre, Säbel in der Hand, ziehen dem Fährtenleser durch Lianen und Bambus; den Sumpf voller Insekten, in dem du bis zur Hüfte versinkst, den intensiven Geruch des Waldes nach dem Regen, wo Petrichor und Geosmin gedeihen; den Sprung des Kanus über die dampfenden Stromschnellen; die lärmende Melodie der Motoren am Abend. Du kennst nicht die Nacht im Dschungel, die Stille voller unheimlicher Bedrohungen; das leise Rascheln der Vampire und den eindringlichen Schrei der Aga-Kröte. Im Morgengrauen kündigt sich das Erwachen durch die qualvollen
Schreie der Brüllaffen an, ein unerwarteter und unkontrollierbarer Zustand in einer unwirklichen Welt, umhüllt von einer unbewussten Trunkenheit angesichts drohender Gefahr, die sich in ein immenses Gefühl der Einsamkeit verwandelt; jenes Gefühl des Menschen, der der Natur und seinem Schicksal gegenübersteht.
Das Leben! Im Dschungel spürt man seinen Atem im Nacken, nicht im hysterischen und verkümmerten Europa.
Der Dschungel ist ein Leichenhaus, ein starker Atem, der nach Aas riecht; Menschen, Tiere und Pflanzen nähren seinen Humus, und all diese Verwesung gärt unter dem dichten Blätterdach. Wie oft und mit welcher Sinnlichkeit habe ich diese erstickende Wärme des Waldes eingeatmet, in der sich alle Düfte der Schöpfung vermischten! Zwei schreckliche Gerüche beherrschten: der Duft von Samen und der Duft des Todes …
An jedem Zweig, in jedem Grasbüschel, verborgen im Bambusdickicht, im trüben Schatten der Bäume, schnüffelte ich sie auf wie ein Hund auf einer Fährte. Überschreitet man die Schwelle des Dschungels, berührt man mit der Handfläche das warme Geheimnis des Daseins. Glänzende Früchte hängen an den Zweigen, doch sie sind giftig.
Samtig weiche Blüten wie Schlehen, begehrenswert wie Vulven, pulsieren im Schatten! Sie können tödlich sein. Schillernde Fliegen, juwelenartig, zerfressen einen mit Geschwüren, andere legen ihre Eier in das Fleisch. Die Wurzeln nährender Pflanzen bringen den Tod. Unermüdlicher Tod umgibt diese unerschöpfliche Fruchtbarkeit …!
Welch eine Freude, diese kostbaren Augenblicke erlebt zu haben!
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